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Vampire und Makis. Was ich beim Portraitzeichnen gelernt habe.

Ingrid und Katja –  das Team hinter  »Die neue Fachlichkeit«  haben sich Portraits für ihren Internetauftritt gewünscht. Portraits? Ich kann keine Portraits. Das höchste der Gefühle sind Avatare im Comic-​Stil … also versuchte ich es erstmal damit. Die neue Fachlichkeit war unbeeindruckt. Zu kinderbuchig, nicht zielgruppengerecht … ob ich es nochmal versuchen könne? Ich versuchte es nochmal, diesmal mit einem realistischerem Strich. Und finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Elena
Ingrid
Katja

 

 

 

 

 

Ein paar Erkenntnisse in Sachen »realitätsnahe Portraits« möchte ich euch nicht vorenthalten:

  • Lachen. Ein schwierige Sache beim gezeichneten Portrait. Was auf Fotos schön und offenherzig rüberkommt, wirkt in der zeichnerischen Abstraktion schnell so, als hätte die Person Tollwut.
  • Falten und Fältchen. Haben wir halt. Beim Portraitzeichnen wird schnell klar, wie wenig visuellen Impact Gesichtsfalten tatsächlich haben. Wir reden hier ja von feinen Linien in der Haut, nicht von Faltenwurf im Brokatstoff. Darum: Falten im Gesicht sind zeichnerisch zu vernachlässigen. Für die Wiedererkennbarkeit des Gesichts sind vor allem die richtigen Proportionen wichtig. Das merkt man spätestens, wenn man mal aus Versehen die Nasolabialfalte mitgezeichnet hat und das Gesicht der portraitierten Person schlagartig um 200 Jahre altert.
  • Der Lichtpunkt im Auge. Oje. Ein schmaler Grat. Macht man ihn zu groß, hat man einen Vampir gezeichnet, ist er zu klein, einen Koboldmaki. Das menschliche Gesicht ist irgendwo dazwischen und ich habe viele, sehr viele Lichtpunkte gesetzt und umgesetzt, bis ich das richtige Maß gefunden hatte.

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