Überspringen und zum Inhalt gehen →

Kategorie: Illustration

Alle Jahre wieder

Eine moderne Weihnachtsgeschichte von Juli Zeh.

Es ist Heiligabend. Josh und Lena sind total aufgeregt: Die Wunschzettel haben sie längst ausgefüllt. Fehlt nur noch der Weihnachtsspaziergang, bevor sie endlich ihre Geschenke kriegen!

Voller Erwartungen stürmen die beiden ins Wohnzimmer. Aber dann … nichts. Kein Christkind, keine Bescherung. Nirgends. Der totale Reinfall! Dafür erzählt Papa, passionierter Ornithologe, dass ein merkwürdiger, verletzter Vogel aufgetaucht ist.

Auch am nächsten Tag liegen keine Päckchen unterm Baum. Josh und Lena haben eine Vorahnung und einen Plan. Sie besuchen mit Papa und ein paar anderen Kindern die Vogelschutzwarte und erkennen, was die Erwachsenen nicht sehen: Eingesperrt im Käfig, eingewickelt in seine großen Flügel, hockt tatsächlich das Christkind!

Es beginnt ein großes Abenteuer – und die Kinder verstehen, was wirklich zählt.


Rezensionen

»(…) das ist so schön erzählt, dass man zu gern (wieder) ans Christkind glauben möchte.« — Die ZEIT

»Unglaublich kraftvoll und meisterhaft erzählt Juli Zeh diese außergewöhnliche Weihnachtsgeschichte. Hier gibt es keinen Glitzer, kein Tamtam, hier gibt es nur die Liebe, für die das Fest steht. Genau das macht dieses Buch so außergewöhnlich und einzigartig. Lena Hesses atmosphärische Illustrationen runden das ganze ab. Auch sie verzichtet auch Glitzer und auf weiße Schneelandschaften. Stattdessen zeichnete sie die Bilder so, wie wir den Winter hierzulande erleben: grau, kalt und ohne Schnee. Nicht aber ohne Freundschaft. Diese Bilder passen perfekt zur Geschichte und gehen mit ihr eine gelungene Symbiose ein.« — www.jannetts-meinung.de

»… Wie die Kinder es schaffen, das Trampolin mitten in der Nacht zum Stall zu rollen, erzählt Juli Zeh herrlich komisch, und Lena Hesse hat die nächtliche Szene auf einer Doppelseite großartig ins Bild gesetzt.«  — Hilde Elisabeth Menzel, Süddeutsche

»Zeh, Mutter zweier Kinder, ist nah an ihrem Zielpublikum und beschreibt authentisch, was in den Kindern vorgeht. Sie schreckt nicht davor zurück, die Kinder Ausdrücke wie geil und Alter verwenden zu lassen, und auch Ninjago darf bei Achtjährigen nicht fehlen. Und genau das macht dieses Buch so liebenswert und echt.«  – Tanja Lindauer, Eselsohr 11/​2020

Kommentare geschlossen

Kinder haben Rechte

Zum Weltkindertag hat das Goethe-​Institut Alexandria Walid Taher und mich eingeladen,
die zehn wichtigsten Kinderrechte zu bebildern. Wir waren sofort begeistert. Die Ergebnisse wurden am 20. November 2020 in einer digitalen Ausstellung mit anschließendem Künstlergespräch vorgestellt.
Hier könnt ihr euch meine Bilder ansehen:

Die zehn Kindergrundrechte sind abgeleitet aus den 54 Artikeln, die in der UN-​Kinderrechtskonvention stehen:

1. Gleichheit
Kein Kind darf aus irgendeinem Grund ungerecht behandelt werden.

2. Gesundheit
Kinder haben das Recht auf die bestmögliche Gesundheitsversorgung.

3. Bildung
Für viele Kinder ist Bildung selbstverständlich. Doch weltweit gibt es Millionen von Kindern, die nicht zur Schule gehen können.

4. Spiel und Freizeit

5. Freie Meinungsäußerung und Beteiligung
Kinder haben das Recht, frei zu äußern, was sie denken und fühlen – durch Reden, Zeichnen, Schreiben oder auf andere Art und Weise. Dabei darf aber kein anderer Mensch verletzt oder gekränkt werden.

6. Gewaltfreie Erziehung

7. Schutz im Krieg und auf der Flucht.
Kinder, die aus ihrem Herkunftsland in ein anderes Land fliehen, weil es nicht sicher ist, in ihrem Herkunftsland zu bleiben, sollen gleiche Unterstützung und Schutz erhalten und dieselben Rechte haben wie Kinder, die im jeweiligen Staat geboren wurden.

8. Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung

9. Elterliche Fürsorge
Eltern tragen die Hauptverantwortung für die Erziehung. Alle Erwachsenen müssen dafür sorgen, dass es Kindern gut geht.

10. Besondere Fürsorge und Förderung bei Behinderung

Walid Tahers Zeichnungen findet ihr übrigens hier auf Facebook.

Kommentare geschlossen

Hallo, ist hier hinten? – Warteschlangengeschichten

Vom Cover bis zur letzten Seite zieht sich die Warteschlange durch die Stadt. Da stehen zwei Marsbewohner an, ein Pinguin wird gesucht, ein Dieb hat sich eingeschlichen, natürlich wird fleißig telefoniert und gepostet und eine dicke Katze hat bloß viel Fell. Ganz schön spannend: Wofür stellen sich alle so brav an? Zahlreiche Hinweise machen neugierig, manches führt in die Irre oder gar ganz woanders hin.


Making of

Interessiert an der Arbeit hinter den Buch-​Kulissen? Dann empfehle ich diesen Blogbeitrag: »Das Pony braucht noch einen Partyhut«


Warteschlangen während der Pandemie

Richtig Schlangestehen – erklärt am Cover von »Hallo, ist hier hinten?«

 


 

Rezensionen

»… mit Witz, frisch-​fröhlichen Illustrationen und viel Anknüpfungspotenzial an Alltagserlebnisse der Leserinnen und Leser …« — netzwerkvorlesen.de
»Hallo, ist hier hinten? ist ein prima Buch zum Vor- und Zurückblättern, zum Suchen und zum Entdecken, und es eignet sich ganz hervorragend für verregnete Urlaubstage oder langweilige Stunden im Stau.« — Axel Vits, Der andere Buchladen (Köln)
»Und wenn das Buch beendet ist, gibt es eigentlich nur eins: Gleich wieder von vorn zu beginnen. Absolut empfehlenswert!« — Christa Robbers, kidsbestbooks.com
»Anders als das Stehen in der Warteschlange ist Lena Hesses gewitztes Bilderbuch kurzweilig.« — Kirstin Breitenfellner, FALTER
»Es macht unglaublichen Spaß, sich mit dem Buch zu beschäftigen! Es ist nicht damit getan, es zu lesen oder es sich vorlesen zu lassen. Wer genau schaut, macht ungeahnte Entdeckungen!« — Heike Rau, leselupe.de
Kommentare geschlossen

Illustrationen für »Alle Jahre wieder« von Juli Zeh

In den letzten Monaten habe ich mich viel im Berliner Umland herumgetrieben. Durch den milden Lockdowns in Deutschland war ans Reisen nicht zu denken, aber man will ja trotzdem mal »raus«. Also (endlich ein gutes) Fahrrad gekauft und von Mai bis Juli tagelang durch Brandenburg, später auch durch Meckelnburg gefahren und mich immer wieder gefragt, warum ich überhaupt in den letzten Jahren immer so weit weg … ihr wisst schon. Wenn doch Berlin nur am Meer liegen würde. Ich müsste nie wieder in ein Flugzeug steigen.
Wie nebenbei konnte ich so wunderbar Motive und Landschaften für ein besonderes Buch recherchieren, welches ich gerade illustriere:
Juli Zeh hat eine  Weihnachtsgeschichte geschrieben. »Alle Jahre wieder« erscheint im Oktober beim Carlsen Verlag und spielt – natürlich – in Brandenburg.
Die zwei Skizzen, die ich hier zeige, haben es am Ende nicht ins Buch geschafft. Aber sie waren eine tolle Grundlage für den visuellen Ton, der im Buch gesetzt werden sollte.

Kommentare geschlossen

»Das Pony braucht noch einen Partyhut.« Ein Feedbackgespräch.

Skizze von einem Teil der Warteschlange aus »Hallo, ist hier hinten?«

»Hallo, ich wollte noch was wegen der Warteschlange fragen.«

Am Telefon ist Conni Hladej, die Programmleiterin vom Nilpferd-Verlag. Das Buch, an dem wir gemeinsam arbeiten, steckt noch so sehr in den Kinderschuhen, dass es noch nicht mal einen Titel hat. Übergangsweise nennen wir es Warteschlange.
Ein Bilderbuch soll es werden, oder auch ein Wimmelbuch, oder irgendwas dazwischen … jedenfalls geht es um’s Schlangestehen. Doch, und ob das spannend ist!
Man bewegt sich Seite für Seite an einer Warteschlange entlang und erlebt wie nebenbei kleine Geschichten. Manchmal muss man vor- und zurückblättern, Zusammenhänge zwischen den Anstehenden erkennen, wird auf’s Glatteis geführt, hat aber dann doch (hoffentlich) zahlreiche »Ach so!«-Momente. Aber ganz soweit sind wir noch nicht. Feedbackgespräch.

(…)

Hassos Frauchen und das Pony, noch ohne Partyhut

»Ich hab mir alles nochmal ganz genau angeguckt«, beginnt Conni, »Hassos Frauchen hat ja festgestellt, dass er den Kopf aus dem Halsband gezogen hat und abgehauen ist. Zwei Seiten später sieht man, wie er einen Ball zerbeißt – da hat er aber das Halsband um. Das müsstest du ändern, bitte.

Der entflohene Hasso, noch mit Halsband.

Und das Paar mit dem Pony an der Leine … da ist noch nicht klar genug, dass die zur Geburtstagsfeier möchten. Vielleicht braucht es noch einen Partyhut oder so. Den könnte man dem Pony aufsetzen, was meinst du? … Bist du noch dran?«
»Äh, ja, entschuldigung, ich schreibe mit, da vergesse ich immer zu antworten.«
Ich notiere: Hasso Halsband weg Pony deutlicher Partybezug Hut aufsetzen

 

Hallo ist hier hinten Lena Hesse
Pony später in der Reinzeichnung. Mit Partyhut.

(…)

Eine Taube unterhält sich mit einer geflohenen Krabbe

»Ein paar Sachen hab ich noch ganz verstanden. Zum Beispiel: Wo kommen die ganzen Krabben her?«
»Die waren im Eimer vom Angler und sind geflüchtet. Darum guckt die eine auch so verstohlen und die andere weiter mittig im Buch versteckt sich in dem Mülleimer«, erkläre ich nüchtern.
»Mülleimer? Ah, jetzt seh ich sie. Sie unterhält sich mit der Taube!«
Ich freue mich. So hab ich mir das vorgestellt.
mehr Krabben funktionieren gut 

Banksy-​Zitat aus Versehen

(…)

»Und dieser Herzluftballon, ist der dem Ballonverkäufer auf der vorletzten Seite abhanden gekommen?«
»Ganz genau!«
»Ist das ein Banksy-​Zitat?«
»Nein, wieso?«
»Keine Anspielung auf das Ballon Girl
»Oh. Ja. Nein. Also – das ist Zufall.«
Banksy Ballon Girl zitieren erlaubt? Urheberrecht
(Kurze Antwort: Ja, das darf man. Lange Antwort hier nachzulesen)
(…)

Der Vater von Seite 16

Jetzt bin ich dran. In der letzten Woche hatte ich einen Zwischenstand der Warteschlange zum Testlesen im Freundeskreis herumgeschickt. Ich schaue auf meine Notizen. Ganz oben steht:
Mehr Mütter?
Ich fange an: »Jemand fand, dass das klassische Familienmodell unterrepräsentiert sei.«
»Unterrepräsentiert?«
»Ja. Wir haben irgendwie nur Alleinerziehende in der Warteschlange. Vor allem alleinerziehende Väter.«
»Ist mir gar nicht aufgefallen. Aber wo du es sagst … der arme Vater auf Seite 16, der könnte ohnehin ein wenig Hilfe gebrauchen, bei den vielen Kindern. Willst du dem noch eine Mutter dazu malen? Und wo wir gerade bei der Szene sind: Ist die Hummel nicht etwas groß?«
Armen Vater helfen mit Mutter Hummel zu groß

Wir reden über fast jede Figur im Buch. Die Möbelpacker, die außerirdischen Touristen, der Mann mit der dicken Katze, die Ringeltaube mit dem Gipsbein. Sie sind alle alte Bekannte, im wahrsten Sinne des Wortes: Connis Hund  Chili kommt als Sidekick in der Geschichte vor. Viele Charaktere haben verblüffende Ähnlichkeit mit meiner Familie oder meinen Freunden. Eine Freundin taucht sogar mehrfach auf, allerdings in Fragmenten: Mal zeichne ich ihre Hose, mal ihren Kinderwagen, mal nur eine Tasche, die sie immer trägt, mal eine Frisur, die sie früher mal hatte.
Am Ende des Gesprächs hat Warteschlange sogar einen richtige Namen:
»Hallo, ist hier hinten?« soll das Baby Buch heißen.

Hallo, ist das hier hinten – erste Coverskizze

Ein paar Tage später sind die Korrekturen und auch ein erster Coverentwurf gemacht.
Schrittchen für Schrittchen geht es voran.
Passt ja. Ist wie beim Schlangestehen.

Cover von »Hallo, ist hier hinten?«

 



Edit vom 27. Februar 2020: »Hallo, ist hier hinten« ist inzwischen gedruckt und im Buchhandel. Zum Beispiel bei der Buchkönigin oder Odradek in Berlin, beim Bücherwurm in Hallenberg, Rosta in Münster oder der Schatzinsel in Solingen. Und online, aber da wissen ja alle, wo sie suchen können. 

Kommentare geschlossen