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Lena Hesse - Schöne Illustrationen Posts

»Das Pony braucht noch einen Partyhut.« Ein Feedbackgespräch.

Skizze von einem Teil der Warteschlange aus »Hallo, ist hier hinten?«

»Hallo, ich wollte noch was wegen der Warteschlange fragen.«

Am Telefon ist Conni Hladej, die Programmleiterin vom Nilpferd-Verlag. Das Buch, an dem wir gemeinsam arbeiten, steckt noch so sehr in den Kinderschuhen, dass es noch nicht mal einen Titel hat. Übergangsweise nennen wir es Warteschlange.
Ein Bilderbuch soll es werden, oder auch ein Wimmelbuch, oder irgendwas dazwischen … jedenfalls geht es um’s Schlangestehen. Doch, und ob das spannend ist!
Man bewegt sich Seite für Seite an einer Warteschlange entlang und erlebt wie nebenbei kleine Geschichten. Manchmal muss man vor- und zurückblättern, Zusammenhänge zwischen den Anstehenden erkennen, wird auf’s Glatteis geführt, hat aber dann doch (hoffentlich) zahlreiche »Ach so!«-Momente. Aber ganz soweit sind wir noch nicht. Feedbackgespräch.

(…)

Hassos Frauchen und das Pony, noch ohne Partyhut

»Ich hab mir alles nochmal ganz genau angeguckt«, beginnt Conni, »Hassos Frauchen hat ja festgestellt, dass er den Kopf aus dem Halsband gezogen hat und abgehauen ist. Zwei Seiten später sieht man, wie er einen Ball zerbeißt – da hat er aber das Halsband um. Das müsstest du ändern, bitte.

Der entflohene Hasso, noch mit Halsband.

Und das Paar mit dem Pony an der Leine … da ist noch nicht klar genug, dass die zur Geburtstagsfeier möchten. Vielleicht braucht es noch einen Partyhut oder so. Den könnte man dem Pony aufsetzen, was meinst du? … Bist du noch dran?«
»Äh, ja, entschuldigung, ich schreibe mit, da vergesse ich immer zu antworten.«
Ich notiere: Hasso Halsband weg Pony deutlicher Partybezug Hut aufsetzen

 

Hallo ist hier hinten Lena Hesse
Pony später in der Reinzeichnung. Mit Partyhut.

(…)

Eine Taube unterhält sich mit einer geflohenen Krabbe

»Ein paar Sachen hab ich noch ganz verstanden. Zum Beispiel: Wo kommen die ganzen Krabben her?«
»Die waren im Eimer vom Angler und sind geflüchtet. Darum guckt die eine auch so verstohlen und die andere weiter mittig im Buch versteckt sich in dem Mülleimer«, erkläre ich nüchtern.
»Mülleimer? Ah, jetzt seh ich sie. Sie unterhält sich mit der Taube!«
Ich freue mich. So hab ich mir das vorgestellt.
mehr Krabben funktionieren gut 

Banksy-​Zitat aus Versehen

(…)

»Und dieser Herzluftballon, ist der dem Ballonverkäufer auf der vorletzten Seite abhanden gekommen?«
»Ganz genau!«
»Ist das ein Banksy-​Zitat?«
»Nein, wieso?«
»Keine Anspielung auf das Ballon Girl
»Oh. Ja. Nein. Also – das ist Zufall.«
Banksy Ballon Girl zitieren erlaubt? Urheberrecht
(Kurze Antwort: Ja, das darf man. Lange Antwort hier nachzulesen)
(…)

Der Vater von Seite 16

Jetzt bin ich dran. In der letzten Woche hatte ich einen Zwischenstand der Warteschlange zum Testlesen im Freundeskreis herumgeschickt. Ich schaue auf meine Notizen. Ganz oben steht:
Mehr Mütter?
Ich fange an: »Jemand fand, dass das klassische Familienmodell unterrepräsentiert sei.«
»Unterrepräsentiert?«
»Ja. Wir haben irgendwie nur Alleinerziehende in der Warteschlange. Vor allem alleinerziehende Väter.«
»Ist mir gar nicht aufgefallen. Aber wo du es sagst … der arme Vater auf Seite 16, der könnte ohnehin ein wenig Hilfe gebrauchen, bei den vielen Kindern. Willst du dem noch eine Mutter dazu malen? Und wo wir gerade bei der Szene sind: Ist die Hummel nicht etwas groß?«
Armen Vater helfen mit Mutter Hummel zu groß

Wir reden über fast jede Figur im Buch. Die Möbelpacker, die außerirdischen Touristen, der Mann mit der dicken Katze, die Ringeltaube mit dem Gipsbein. Sie sind alle alte Bekannte, im wahrsten Sinne des Wortes: Connis Hund  Chili kommt als Sidekick in der Geschichte vor. Viele Charaktere haben verblüffende Ähnlichkeit mit meiner Familie oder meinen Freunden. Eine Freundin taucht sogar mehrfach auf, allerdings in Fragmenten: Mal zeichne ich ihre Hose, mal ihren Kinderwagen, mal nur eine Tasche, die sie immer trägt, mal eine Frisur, die sie früher mal hatte.
Am Ende des Gesprächs hat Warteschlange sogar einen richtige Namen:
»Hallo, ist hier hinten?« soll das Baby Buch heißen.

Hallo, ist das hier hinten – erste Coverskizze

Ein paar Tage später sind die Korrekturen und auch ein erster Coverentwurf gemacht.
Schrittchen für Schrittchen geht es voran.
Passt ja. Ist wie beim Schlangestehen.

Cover von »Hallo, ist hier hinten?«

 

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Kalender zum Selbstausdrucken für 2020

Was ich bis Dezember 2019 machen wollte und nicht mehr schaffen werde:
– Mein Fahrrad reparieren
– Weihnachtskarten gestalten
– Die Mütze für meine Lieblingsmitbewohnerin fertighäkeln
– Diese übrigen IKEA Regalbretter bei Ebay Kleinanzeigen verkaufen
Diese Torte nachbacken

Was ich aber bis Dezember 2019 machen wollte und geschafft habe:
- Lernen, wie man Hunden richtig die Krallen schneidet
– Die exotische Glühbirne aus der Küchenschrankbeleuchtung nachkaufen
Dieses Nudelgericht nachkochen
– Einen schlicht-​schönen Kalender zum Selbstausdrucken gestalten und mit euch teilen.
Biddeschön: FREE PRINTABLE CALENDAR 2020

Viel Spaß damit!

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Ode an die Langsamkeit

Heute hatte ich die Verlagsvorschau der Fischerverlage im Postkasten. Angekündigt wurde neben vielen anderen tollen Titeln auch ein Buch, das mich den Sommer über beschäftigt hat:

FAULTIERRENNEN! Eine Geschichte für alle Faultiere und kleinen Trödler und mein erstes Pappbilderbuch!
Es erscheint Frühjahr 2020.

 

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Hunger ist der beste Koch

Ich habe Nina Petricks Geschichte »Hunger ist der beste Koch« bebildert. Es geht um eine erlesene Suppe – oder war es eine Suppe, die lesen kann? Erschienen ist sie in der neuen Gecko.

Elli Edelmuth probiert die Noras Suppe
Elli Edelmuth probiert die Noras Suppe

 

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Adieu, Schöneberg.

Sieben schöne Jahre haben Julia Dürr und ich hier verbracht, zahlreiche Bilder und Bücher sind hier entstanden.
Seit dem 31.8. ist Schluss.
Unser Vertrag läuft aus, der neue Eigentümer will 3½ mal so viel Miete wie zuvor.
»Aber was ist mit der Mietpreisbremse?«, haben uns Freunde gefragt. »Und dieser Mietendeckel, von dem gerade alle reden? Das geht doch gar nicht?!« 
Doch, geht. Gewerbemieten sind weder gebremst noch gedeckelt.
Was das langfristig für Berliner Kleinstbetriebe bedeutet, liegt auf der Hand.
Wir sind dann erstmal im Homeoffice.

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